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Betriebsveranstaltungen

Schon lange vor dem 1. Dezember sind die Abende in den Restaurants wieder ausgebucht mit Terminen für betriebliche Weihnachtsfeiern. Wir möchten Sie daher in diesem Monat nochmals auf die Rechtsprechungsänderungen zum Thema Betriebsveranstaltungen hinweisen.

Hintergrund für ein am 14.10.2015 ergangenes BMF-Schreiben, dessen Regelungen nur eine Klarstellung der bereits seit 1.1.2015 geltenden gesetzlichen Regelung sind, war ein Urteil des Bundesfinanzhofs vor zwei Jahren, der damals entschied, dass Aufwendungen bei einer Betriebsfeier, die anteilig auf Angehörige der Mitarbeiter und das Rahmenprogramm entfallen, nicht den jeweiligen Mitarbeitern zuzurechnen sind. Dadurch erhöhte sich faktisch die Möglichkeit des Betriebsausgabenabzugs, was der Finanzverwaltung nicht gefiel. Sie reagierte daher zunächst mit einem Nichtanwendungserlass dieses Urteils und ab 1.1.2015 mit folgender Neuregelung:

Aus der früheren Freigrenze in Höhe von EUR 110 je Arbeitnehmer wurde nun ein Freibetrag in gleicher Höhe. Wurde also noch im vergangenen Jahr ein höherer Betrag als EUR 110 pro Arbeitnehmer für die Weihnachtsfeier ausgegeben, so war nicht nur der übersteigende Betrag, sondern der Gesamtbetrag lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Seit 1.1.2015 wird nur der EUR 110 übersteigende Betrag entweder individuell mit dem Steuersatz des betreffenden Arbeitnehmers besteuert – und ist in diesem Fall auch sozialversicherungspflichtig - oder vom Arbeitgeber mit einem pauschalen Steuersatz von 25% der Lohnsteuer unterworfen – in diesem Fall entfällt die Sozialversicherungspflicht.

Zu den Gesamtkosten, die dann auf die einzelnen Arbeitnehmer aufzuteilen sind, zählen u.a.

  • Eintrittsgelder
  • Kosten für die Verköstigung
  • Darbietungskosten
  • Geschenke anlässlich der Feier
  • auf die Begleitperson des Arbeitnehmers entfallende Kosten
  • Raumkosten, sofern in einem Lokal oder Hotel Räume angemietet werden
  • Kosten für einen Eventmanager

Nicht zu den aufteilbaren Gesamtkosten zählen jedoch Kosten für unternehmenseigene Räumlichkeiten, Kosten für das Ausschmücken des Veranstaltungsraums und Organisationsleistungen, Kosten für Energie- und Wasserverbrauch.

Steuerfrei bleibt weiterhin die Erstattung der Kosten für die An- und Abreise zur Weihnachtsfeier, was vor allem für die Mitarbeiter von auswärtigen Niederlassungen eines Unternehmens von Relevanz ist. Jedoch zählen Reiseaufwendungen während der Weihnachtsfeier, z.B. Buskosten zum Besuch eines Weihnachtsmarktes, zu den Gesamtkosten, die dann auf die Arbeitnehmer aufzuteilen sind.

Eingestellt am: 28.01.2016