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Brexit – Dienstleistungen

Wie schon in dem Beitrag „Brexit – und was heißt dies jetzt“ sind viele Szenarien denkbar. Welches Umsetzungsszenario tatsächlich kommt ist unklar. Klar dagegen ist, wie das worst case Szenario aussieht, das sogenannte WTO Modell: Großbritannien scheidet, ohne eine Vereinbarung zu erzielen, aus der EU aus. Dann sind im Wesentlichen nur noch die Welthandelsabkommensverträge gültig. Jeder, insbesondere Unternehmen sollten abschätzen, welche Auswirkungen dieses Szenario hat. Entsprechende Gegenmaßnahmen sind zu durchdenken und ggf. vorzubereiten/umzusetzen, wenn dieses Szenario zu wesentlichen ggf. nicht tragbaren Auswirkungen führen könnte.

Die EU Regelungen sehen vor, dass Dienstleister EU weit ihre Dienstleistungen anbieten und erbringen können soweit sie durch ein Land ordnungsgemäß anerkannt sind. Dies wird umgangssprachlich auch als EU Pass bezeichnet. Dies betrifft insbesondere folgende Branchen: Banken, Versicherungen, Fondsindustrie, die Beratungsbranche etc. Mit Austritt von Großbritannien aus der EU in Form des worst case Szenarios ist dieser EU Pass und damit die Berechtigung EU weit Dienstleistungen aus Großbritannien anbieten und leisten zu wollen, deutlich eingeschränkt. Bei diesen Überlegungen sind zum einen die Zulassungen für bestimmte Produkte wie z.B. Prospekte für Finanzanlagen, als auch die Zulassung als Unternehmen, dass bestimmte Dienstleistungen erbringen darf (wie z.B. die Zulassung als Bank tätig werden zu dürfen), als auch die Anerkennung von Zulassungen und Prüfungsergebnissen von Personen, die eine bestimmte Berufsausübung erlauben, wie z.B. die Zulassung als Rechtsanwalt arbeiten zu dürfen, zu berücksichtigen. Dies betrifft aber nicht nur die Dienstleister originär sondern möglicherweise auch die Abnehmer dieser Dienstleistungen. So haben Unternehmen, die beispielsweise Finanzinstrumente wie z.B. Anleihen mittels eines Anleiheprospektes emittieren, um Ihre Unternehmensfinanzierung zu gewährleisten, möglicherweise 2 Prospekte und 2 Zulassungsverfahren vorzunehmen, wenn sie zukünftig sowohl Anleger in der EU als auch in Großbritannien ansprechen wollen.

Diese Überlegungen sind sowohl für die Dienstleister und die Dienstleistungsprodukte die von Großbritannien aus für den EU Markt agieren, als auch für die Dienstleister und die Dienstleistungsprodukte die von der EU aus für Großbritannien agieren anzustellen.

Gegenmaßnahmen hierzu sind die Doppelansässigkeit, die Doppelzulassung etc. Maßnahmen also, die weitere Kosten ohne zusätzlichen Nutzen verursachen.

Weiterhin ist zu fragen, ob vertragliche oder gesetzliche Regelungen mit zu berücksichtigen sind. Z.B. kann ein Versicherungsschutz aus einem EU Land heraus gefordert sein. Damit sind Anbieter aus Großbritannien nach dem Brexit nicht mehr in Erwägung zu ziehen.

Im Übrigen verweisen wir auf die weiteren Beiträge zu dem Thema Brexit auf unserer Website

Brexit---und-was-heisst-dies-jetzt

Brexit--EU-Institutionen-in-Großbritannien

Brexit--Handel-und-Produktion

Brexit--Schutzrechte-nach-EU-Recht

Brexit--Personalwesen

Brexit--Rechnungswesen-und-Jahresabschluss

Brexit--rechtliche-Aspekte

Brexit--Steuerliche-inklusive-umsatzsteuerliche-Aspekte.html

Brexit---Datenschutz--Einschraenkung-Datenaustausch

Eingestellt am: 09.12.2016