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Dividenden von GmbH / AG an eine andere GmbH / AG

Mit der Steuerreform 2000 sollte der Holdingstandort Deutschland gestärkt werden. Es wurde eingeführt, dass Dividenden, die eine GmbH / AG von einer anderen GmbH / AG erhält, zu 95 % steuerfrei sind, da der ausgeschüttete Gewinn ja bereits bei der den Gewinn erzielenden Gesellschaft besteuert wurde. Sogenannte Kaskadeneffekte, Mehrfachbesteuerungen auf verschiedenen Ebenen, sollten vermieden werden. Gleiches wurde eingeführt für Veräußerungsgewinne, denn wenn eine Gesellschaft Gewinne thesauriert statt ausschüttet und dann verkauft wird, darf nichts anderes gelten.  

2011 entschied der EuGH, dass eine solche Freistellung von Dividenden (und nur Dividenden!) auch ausländischen Kapitalgesellschaften, die an einer deutschen Kapitalgesellschaft zu weniger als 10 % (darüber greift die Mutter-Tochter-Richtlinie) beteiligt sind, zu gewähren sei. Der Gesetzgeber setzte das Urteil aber nicht durch Steuerbefreiung ausländischer Anteilseigner (das hieße Steuererstattung an ausländische Anteilseigner) um, sondern dadurch, dass er auch inländische GmbHs / AGs mit Beteiligungen bis 10 % an einer anderen juristischen Person einer Besteuerung auf Dividenden, d.h. einer Mehrfachbelastung, unterwarf. 

Im Steueränderungsgesetz 2015 ist jetzt geplant, dass diese Steuerbelastung bei Beteiligungen bis 10 % auch für Veräußerungsgewinne eingeführt werden soll. Europarechtlich besteht dazu keine Notwendigkeit – es handelt sich um eine schlichte Steuererhöhung (der Impuls dazu kommt von den Bundesländern). Betroffen von der Gesetzesänderung werden Mandanten sein, die Liquiditätsreserven in Wertpapieren parken, Mandanten, die Pensionszusagen über eigene Anlagen ausfinanzieren, sowie insbesondere Gesellschaften, die Start-ups finanzieren und sich dort beteiligen (denn in der Regel werden bei Start-ups prozentual nur kleine Beteiligungen eingegangen). 

Ab 2017 sollen Veräußerungsgewinne auch auf alt angeschaffte Anteile steuerlich erfasst werden. Unsere Empfehlung ist deshalb, entweder rechtzeitig zu verkaufen oder Beteiligungen auf über 10 % aufzustocken - und in der Zukunft das Heil wieder in Holdinggesellschaften in den Niederlanden oder in Österreich zu suchen. Geschichte wiederholt sich.

Eingestellt am: 28.01.2016