Im Verbund

AGN

Kooperation von unabhängigen Beratern aus mehr als 90 Ländern
weiter

Rückruf-Service

Sie haben Fragen zu unseren Angeboten? Wir rufen Sie gerne an.

Ihr Name:

Ihre Telefonnummer:

Anfrage an Standort:

Expertentipps

Neues aus der Finanzverwaltung zu Geschenken

Die Finanzverwaltung gewährt „Geschenke“ bei Geschenken in dem Sie eine ungünstigere Rechtsauffassung des Bundesfinanzhofs bei der Hingabe derselben an Geschäftsfreunde nicht anwendet.

Mit der Überlassung von Geschenken sind zweierlei steuerliche Implikationen verbunden. Zum einen sind die Aufwendungen für Geschenke beim Zuwendenden nur dann als Betriebsausgabe zu berücksichtigen, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der einem Empfänger im Wirtschaftsjahr zugewendeten Gegenstände insgesamt EUR 35 nicht übersteigen. Zum anderen führen die Geschenke beim Beschenkten prinzipiell zu Einnahmen und müssen versteuert werden.

Für die Besteuerung auf der Seite der Beschenkten sieht das Gesetz eine Vereinfachungsmöglichkeit vor, wonach der zuwendende Unternehmer die Einkommensteuer (für den Beschenkten) mit einem Pauschalsteuersatz von 30% erheben und abführen darf mit der Folge, dass der Beschenkte die Zuwendung nicht weiter steuerlich zu berücksichtigen hat.

Übernimmt der Schenker die Pauschalsteuer stellt sich die Frage, ob diese in die Prüfung der 35 Euro-Grenze einbezogen werden muss und selbst eine abzugsfähige Betriebsausgabe darstellt.

Seitens der Finanzverwaltung wurde mit Schreiben vom 19.05.2015 eindeutig angeordnet, dass bei der Prüfung der Freigrenze von EUR 35 aus Vereinfachungsgründen alleine auf den Zuwendungsbetrag selbst abzustellen und die übernommene Pauschalsteuer nicht mit einzubeziehen ist. Das sieht nun der BFH in seiner Entscheidung vom 30.03.2017 anders und hat entschieden, dass die Übernahme der pauschalen Einkommensteuer ein „weiteres Geschenk“ darstellt und es damit zu einem Abzugsverbot kommen kann, sofern der Wert des Geschenkes selbst oder zusammen mit der übernommenen Pauschalsteuer den Betrag von EUR 35 übersteigt. Damit kommt das Abzugsverbot bereits dann zur Anwendung, wenn die Prüfgrenze erst aufgrund der Höhe der Pauschalsteuer überschritten wird.

Obgleich des ergangenen vorgenannten Urteils des BFH verfügt die Finanzverwaltung bei der Bekanntgabe der von den Finanzämtern anzuwendenden Urteilen ausdrücklich, dass es bezüglich dieser Rechtsfrage bei der für den Steuerpflichtigen günstigeren Vereinfachungsregel bleibt. Die BFH Entscheidung wird mithin quasi per „Nichtanwendungserlass zu Gunsten des Steuerpflichtigen“ außer Kraft gesetzt.

Eingestellt am: 08.11.2017